Am finalen Abend brachten M.I.A., die Sollbruchstelle AG und die English Lovers das Theater an der Gumpendorferstraße noch einmal zum kochen.

In ihrem Format Spielmitfilm durften wir Ausschnitte aus dem neuen Film „Der Wassertropfen“ oder auch „Ich hatte sie fast so weit“ genießen. Ein Film über Eva, die Junggesellin, die offensichtlich mit verletztem Herzen nicht nur Männer nicht mochte, sondern sie komplett ausblendete, bis sie an einem sagenumwogenden Disco-Tanz-Abend zufälllig von ihrem Zukünftigen angerempelt wurde. Es war fast wie Liebe auf den ersten Blick, mit einem Gedicht am Donaukanal bis hin zu einem gemeinsamen Tanz als Höhepunkt des Films und auch Metapher für ihre Beziehung.

In der ersten Hauptshow begeisterten Sollbruchstelle AG mit ihrem neuen Format „Alles auf Anfang“. Ausgehend von einem Standbild, dass das letzte Bild der Show werden sollte, durften wir Jasmin Weigel, die 24-jährige Studentin begleiten. Belastet vom plötzlichen Tod ihrer Eltern, nahm sich ihre durchaus komische Tante Lisi um ihre Seelsorge an, während Jasmin mit ihrer Flamme nach Thailand auf Urlaub fuhr um eine Massage zu genießen, aber leider wegen einer geringfügigen Sprachbarriere in einem Gefängnis mit einem sympathischen aber strengen Aufseher zu landen. Während die Eltern sich wortwörtlich im Grab umdrehten, ob Jasmin nun doch Jus studieren wird oder nicht, rettete Tante Lisi mit ihren überraschenden Thailändisch-Kenntnissen die Situation und überzeugte den Gefängniswärter davon, die Tür aufzusperren – allerdings nur für Jasmin. Während Jasmin zuhause noch immer mit dem kleinen Hoppala bei der ersten Auto Stunde und der danach überfahrenen Nachbarskatze kämpfte, fand auch ihr Lover einen Weg zurück zu ihr aus dem thailändischen Knast und lud sie zur Versöhnung zum neuesten Trend der Freizeit ein: Bungee-Jumpen aus einem Flugzeug. No risk, No fun …

Danach improvisierten die English Lovers zwei faszinierende Geschichten von Drachen und Eulen. Die netten StandlerInnen am Markt schafften es tatsächlich, den sympathischen aber naiven Australier von den orakelhaften Fähigkeiten einer kleiner hölzernen Eule zu überzeugen. Besessen vom schweigenden kleinen Ding, interessierte den zuhause nichts mehr, außer endlich eine Antwort aus der Holz-Eule zu bekommen, was der Sinn des Lebens sei, während in einem Land weit entfernt, vor langer Zeit ein Junge einen Stab und ein Stück Stoff aneinanderheftete und das Schwungband erfand. Leider war der unschuldige Junge auch blauäugig genug, um gegen das Dekret des Königs die Schönheit des zwei-köpfigen Steindrachen über den Dächern des Dorfes zu huldigen und erweckte ihn wieder zum Leben. Gehasst und vertrieben von seinen Eltern, die ihn dafür hängen wollten, fand er im Drachen einen Verbündeten für seine Rache und wünschte sich als seinen einzigen Wunsch nichts mehr als das Dorf zu zerstören, was ihm der Drache gerne erfüllte.

Alles in allem ein fulminanter Abschluss mit der Verleihung des Goldenes Grus an „Fake off!“ von Zieher & Leeb. Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und KünstlerInnen und freuen uns schon auf nächstes Jahr!